Ein Blick hinter die Kulissen

Hier teilt Nino Schüpbach persönliche Geschichten, spannende Neuigkeiten und Einblicke in seine kulinarische Welt. Tauchen Sie ein und erfahren Sie mehr über den Menschen hinter "Der Koch mit Herz".

Nino der Wettbewerber

Nino steht Mitte Oktober 2026 im Halbfinale für den Goldenen Koch und wir drücken ihm die Daumen, Du rockst das Nino ...

Porträt Nino Schüpbach:

2002, Commis de Cuisine, Schloss Schauenstein, Fürstenau Nino ist auf dem Kochtopf aufgewachsen – im wörtlichen Sinn. Sein Vater ist Küchenchef, die Eltern führten 15 Jahre lang gemeinsam ein Restaurant. Die ältere Schwester hat eine Kochausbildung absolviert, die jüngere gerade als Konditorin-Confiseurin abgeschlossen. «Wir sind eine komplette Gastro-Patisserie-Familie», sagt Nino.  Sein Vater, der 21 Mitarbeiter führt, davon zwölf mit einer Beeinträchtigung, prägt ihn bis heute.
«Wie er mit diesen Menschen umgeht, wie er lehrt und hilft, das bewundere ich sehr.» Dabei hatte der Vater versucht, Nino den Kochberuf wegen der
vielen Arbeit auszureden. Vergeblich. Nino war jahrelang Leichtathlet und bestritt Wettkämpfe. Dieses Kribbeln, die Anspannung, den Druck: Er vermisste das. Heute findet er es in der Küche. Seinen Kochstil beschreibt er als klassischmodern.

Beim Anrichten gilt: entweder haargenau oder Freestyle pur. Das hat ihm Janic Mühlemann mitgegeben, bei dem er am Finale des Goldenen Kochs 2023 als Commis
dabei war. Herzblut und Freude – das sind für Nino die wichtigsten Zutaten. «Sobald es verkrampft wird, würde ich aufhören», sagt er. Ein eigenes Restaurant hat er im Hinterkopf, aber vorerst zählt, dass die Freude bleibt. Und er möchte einmal bei Marco
Campanella essen, dessen Handschrift auf dem Teller er zu den schönsten der Welt zählt. 
Das Wichtigste in seinem Leben sind seine Familie und seine Freundin, die nicht aus der Gastronomie kommt, die gemeinsame Zeit aber umso mehr geniesst. Wenn er frei hat, spielt er Fussball. Und in den letzten Jahren hat er das Weihnachtsessen für
die ganze Familie gekocht. Alleine. «Das hat mir mega Freude gemacht.»

Nino gewinnt den Youngster Marmite 2026

«Herzblut fürs Kochen ist mein Antrieb»

Nino Schüpbach hat seinen grossen Traum wahr werden lassen: Im Zürcher Igniv arbeitet er für Andreas Caminada. Der Commis ist ein Beizerbub durch und durch. Seine Eltern führten 15 Jahre lang ein Restaurant im Emmental, kehrten dann in ihren Heimatort Uetendorf bei Thun zurück. Dort startete der Vater als Koch bei einer Stiftung, die mit beeinträchtigten Menschen arbeitet. Auch der Sohn war mehrere Monate im Betrieb tätig. «Das war eindrücklich, weil die Leute so viel Freude haben, wenn man ihnen etwas zeigt», erinnert sich Schüpbach, der bereits eigene Erfahrungen mitbrachte: Seine Schwester hat das Down-Syndrom.

2025 sei ein aufregendes Jahr gewesen, erzählt Schüpbach: Er bewarb sich sowohl beim Kochwettbewerb La Cuisine des Jeunes als auch beim marmite youngster – nachdem er im Vorjahr bei beiden Formaten nicht ins Finale gekommen war. «Und dieses Jahr gleich bei beiden», sagt der 23-Jährige stolz. Und dann rief ihn auch noch Igniv-Zürich-Chef Daniel Zeindlhofer an. «Weil ich in einem Altersheim gelernt habe, dachte ich, dass andere bessere Chancen auf einen Job in einem Caminada-Betrieb haben.»

Neben Caminada und seinem Lehrmeister Daniel Josi ist für Schüpbach nach wie vor sein Vater ein Vorbild. «Er ist offen für Neues und will immer noch dazulernen.» Und: Trotz der 40 Jahre Berufserfahrung höre er auch einem Jungspund zu. Beim Üben seien von ihm ganz ehrliche Feedbacks gekommen. Unterstützt wurde Schüpbach bei der Wettbewerbsvorbereitung auch von Sascha Spring, Janic Mühlemann und Thomas Aeschbacher. «Die sagten mir alle gehörig die Meinung, damit ich besser werden konnte.» Gerade sein fermentierter Blumenkohl sei nicht bei allen gut angekommen.

Besonders angetan haben es dem jungen Talent die nordische und produktfokussierte Küche sowie die frische, mediterrane Kost mit Tomaten, Auberginen und Zucchetti. 2024 hatte er sich beim marmite youngster mit einer Ratatouille beworben, weil die alle seine Lieblingsgemüse enthält. Für die diesjährige Ausgabe dachte sich Schüpbach etwas Neues aus – obwohl er sich spontan beworben und in aller Eile ein Dossier zusammengestellt hatte: Er reichte zwei unterschiedliche Kindheitserinnerungen ein. Einerseits den Suure Mocke, den er schon als Bub liebte, «andererseits Lauch und Zwiebeln, die ich damals gar nicht mochte». Mit seinem Gericht wollte Schüpbach ausserdem zeigen, dass er reif für die grosse Bühne ist: «Weil ich seit dem allerersten Tag der Lehre alles Wissen aufgesogen habe.»

Wohin es Schüpbach treiben wird, weiss er nicht. «Ich mache mir aber viele Gedanken über die Zukunft. Am wichtigsten ist, dass mir die Freude am Kochen nie abhanden kommt.» Denn: «Herzblut fürs Kochen ist mein Antrieb.» Das Handwerk dürfe nie verkrampft werden, ist der marmite youngster überzeugt. «Und man sollte nicht nur für den Erfolg kochen.»

2. Platz am la Cuisine des Jeunes 

Nino belegte den 2. Platz an diesem Event und wird seinen Weg weiter gehen.